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2010/11: Brain Awareness Week 2011

Spannende Experimente auf Uni-Niveau
AKG-Schüler bei der Brain Awareness Week

40 interessierte Oberstufenschüler des Annette-Kolb-Gymnasiums nahmen an dem Praktikum „Brain Awareness Week – Get connected“ teil. Die Veranstaltungsreihe der Universität Salzburg in Zusammenarbeit mit der Dana-Foundation fand im Haus der Natur in Salzburg statt, wo die Traunsteiner Schüler Einblicke in die Welt der neurobiologischen Forschungsarbeit bekamen.

In den modern eingerichteten Praktikumsräumen konnten die Schüler mit Originalschnitten durch ganze Gehirne sehen, wie sich die Steuerzentrale der Wirbeltiere im Lauf der Stammesgeschichte verändert hat. Der Grundaufbau blieb gleich, je höher der Entwicklungsstand der Tiere ist, desto mehr ist eine Differenzierung des Großhirns und eine Einfaltung der Rinde zu erkennen. Über alle Wirbeltierklassen vom Fisch bis zum Säuger waren Präparate vorhanden, sie konnten von den Schülern in voller Größe in der Glasschale, als Rasterelektronenmikroskopie-Präparat und als Schnittpräparat unter dem Lichtmikroskop begutachtet werden. Für die Schüler waren die Präparate zwar ein gewöhnungsbedürftiges Medium. Zugleich gab das Praktikum aber einen realistischen Einblick in die Arbeitsweise bei einem naturwissenschaftlichen Studium. Ein weiterer Themenschwerpunkt lag auf der Steuerung des Blutflusses im Gehirn – Univ.-Prof. Mag. Dr. Alois Lametschwandtner führte die Schüler damit in aktuelle Themen der neurobiologischen Forschung ein.

In einem weiteren Praktikum beschäftigten sich die Schüler mit dem Sehvorgang und der Rechenleistung des Gehirns bei der Ergänzung des blinden Flecks. Mit verschiedenen geometrischen Mustern – Punkte, Linien, Kreuze – wurde überprüft, wie die fehlenden Punkte vom Gehirn dazugerechnet werden. Das Ergebnis war, dass diese Ergänzung keineswegs bei jedem gleich verläuft. Der Begriff der Objektivität der Wahrnehmung bekommt hier schnell eine philosophische Dimension, wird doch klar, dass bei der Ergänzung am blinden Fleck die Phantasie des Gehirns eine Rolle spielt.

Im dritten Abschnitt beschäftigten sich die Schüler mit dem Thema Multitasking. Was man in der EDV als Dual-Core oder Quad-Core-Prozessoren schätzt, macht die Natur auch – allerdings anders als erhofft. Beim menschlichen Multitasking geht nämlich die Leistungsfähigkeit stark zurück, im Gegenzug steigt die Fehleranfälligkeit. Auch gibt es keine Unterschiede zwischen den beiden Geschlechtern. Womit man die Mär von den multitaskenden Frauen getrost zu den Akten legen kann. Und vom Telefonieren beim Autofahren ist ebenso abzuraten, eben weil die Fehler nach oben schnellen und die Leistung nach unten geht. So finden Verkehrsregeln auch eine Bestätigung durch die Neurobiologie.

Brain Awareness Week

Unter der fachkundigen Anleitung von Univ.-Prof. Mag. Dr. Alois Lametschwandtner arbeiteten die AKG-Schüler mit verschiedenen Originalschnitten von Gehirnen.

Brain Awareness Week

Anfassen erlaubt: Das Rinderhirn hat den gleichen Grundbau wie das des Menschen.

Die Veranstaltung der Brain Awareness Week ist eingebettet in die Schwerpunktwochen am Science Center im Haus der Natur. Forschen und experimentieren stehen hier im Mittelpunkt. Die Angebote werden vom Kindergartenalter bis zur Oberstufe gerne angenommen.

Helmut Floder

 

2008/09: Forscherin vom EMBL am AKG

EMBL
Forscherin Annelie Wünsche und Schülerinnen der 7. Klasse
 

Das EMBL (European Molecular Biology Laboratory) zählt zu den bedeutendsten Forschungslabors der Welt. Hier forscht die junge Wissenschaftlerin Annelie Wünsche, die am 30.04.09 SchülerInnen der Jgst. 7 mit ihrem Vortrag "Zellteilung – Großes Kino" begeisterte. Annelie Wünsche, eine ehemalige Schülerin des AKG, untersucht am EMBL ein bisher unbekanntes Protein, das an der Zellteilung beteiligt ist. Ein Verständnis der Zellteilung ist von grundlegender Bedeutung für die Entwicklung von Medikamenten gegen Krebs.

EMBL
Vanessa Hirdes, Susanne Ständer, Christina Maierhofer (alle LK Bio)
 

In einem dreistündigen Laborpraktikum ermittelten die SchülerInnen des LK Biologie zusammen mit Annelie einen fiktiven Täter mittels DNS-Nachweis. Die moderne Ausstattung am AKG ermöglichte die Erstellung von genetischen Fingerabdrücken zu einer "Tatortprobe" und "5 verdächtigen Tätern". Ein spannendes Experiment, das von den SchülerInnen sehr konzentriert durchgeführt wurde. Jeder Schülergruppe gelang die Identifizierung des fiktiven Täters.

EMBL
Nils Wiendl (LK Bio), Annelie Wünsche,
Jan Hajer (LK Bio), Christoph Oettl (LK Bio)
 

Die Doktorandin Annelie Wünsche besuchte das AKG im Rahmen des SET-Routes Programmes, das von der EU unterstützt wird. Dabei handelt es sich um ein Netz von ausgewählten europäischen Wissenschaftlerinnen, die an naturwissenschaftlichen Themen mit Erfolg arbeiten. Ziel des Projekts ist es Jugendliche, insbesondere Mädchen, für Naturwissenschaft und Forschung zu gewinnen.

EMBL
Stephan Rambichler (LK Bio), David Riederer (LK Bio)
 

Susi Pickl